Nordstrand – Nordfriesische Nordseeinseln

Nordstrand

Nordstrand – Nordfriesische Nordseeinseln

Nordstrand ist eine eingedeichte Halbinsel in Schleswig-Holstein und liegt vor Husum. Zudem war Nordstrand bis 1987 eine Marschinsel. Heute ist der Nordstrand mit dem Festland verbunden und dementsprechend zu jederzeit leicht erreichbar. Nordstrand liegt inmitten vom Nationalpark Schleswig-Holstein Wattenmeer und ist von einem immergrünen Deich umgeben. So bietet die Halbinsel beste Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub, da Nordstrand auch als Nordseeheilbad bekannt ist.

 

Nordstrands Geographie

Unter Einschluss der Hallig Nordstrandischmoor und mit Ausnahme des eigenständigen Elisabeth-Sophien-Kooges bildet die Insel die gleichnamige Gemeine Nordstrand. Der 2,5 km lange Nordstrander Damm entstand in mehreren Stufen in den Jahren 1906 bis 1934. Seither verbindet dieser Damm die Insel mit dem Festland. Nordstrand verfügt seit dem Jahr 1987 und der Fertigstellung des Beltringharder Kooges über eine wesentlich größere Festlandanbindung. So ist die Halbinsel von drei Seiten vom Meer umgeben.

Einschließlich der Gemeinde Elisabeth-Sophien-Koog betrug die Fläche der ehemaligen Insel 48,6 Quadratkilometer, jedoch ohne Hallig Nordstrandischmoor. Der Gemeinde Nordstrand wurden 12,17 Quadratkilometer von insgesamt 35,41 Quadratkilometern Fläche vom Beltringharder Koog zugeschlagen. Zudem ist der Hafen Strucklahnungshörn sowohl von touristischer als auch wirtschaftlicher Bedeutung. Von dort aus bestehen zur Nachbarinsel Pellworm regelmäßige Fährverbindungen sowie saisonabhängige Verbindungen in die Nordfriesische Hallig- und Inselwelt. Darüber hinaus bestehen zwischen Sylt, Amrum, Hooge, Pellworm und Strucklahnungshörn Schnellbootverbindungen. Nordstrand wird mit den anderen Nordfriesischen Halligen und Inseln durch zahlreiche Fährlinien verbunden.

 

Geschichte von Nordstrand

Das heutige Nordstrand gehörte noch um das Jahr 1200 zu einer großen eingedeichten Halbinsel, wobei das legendäre Rungholt der Hauptort war. Sie füllte den Großteil der heutigen Husumer Bucht und lag nördlich zu den Inseln Eiderstedt, Everschop und Utholm. Nordstrand hatte nach dem Erbduch von Waldemar II 59 Kapellen und Kirchen in 5 Harden.

Zur Gestaltung einer hufeisenförmigen Insel führten die Fluten von 1300 und 1362. So bildeten die jetzigen Inseln Pellworm und Nordstrand die beiden Enden des Hufeisens, während das heutige Nordstrandischmoor in deren Mitte als unbewohntes, wüstes Hochmoor lag. Durch die Flut vom 11. November 1436 wurde das alte Nordstrand durchbrochen, jedoch schlickten die entblößten Stellen wieder in den ruhigen Folgeharnen zu. Dann wurden sie abermals im Jahr 1500 eingedeicht.

Diese Situation hielt bis zum Jahr 1634 an, als am 11. Oktober des gleichen Jahres eine Sturmflut erhebliche Zerstörungen verursachte. Die heutigen kleineren Inseln Pellworm und Nordstrand bildeten sich aus der einen großen Insel sowie die Halligen Südfall, Hamburger Hallig und Nordstrandischmoor.

Die Bevölkerungszahl auf der Insel war nach der Flut stark reduziert und die Wirtschaft ruiniert. Der Gottorfer Herzog Friedrich III. unterschrieb 1652 einen Freibrief für die erneute Eindeichung von Nordstrand. Der Brabanter Unternehmer Quirinus Indervelden erlangte mit diesem Oktroy weitgehende Rechte auf Nordstrand. Dies gewährte Quirinus Indervelden als Deichgraf das Eigentumsrecht am gesamten Land. 1654 konnten die eingewanderten Deichbauern den ersten neuen Koog eindeichen. Weitere Gebiete wurden in den folgenden Jahren erschlossen, den Maria-Elisabeth-Koog im Jahr 1657, den Trindermarsch-Koog im Jahr 1663 und den Neuen Koog im Jahr 1691. 1866 verlor der Oktroy seine Gültigkeit nach dem Deutschen Krieg in Schleswig-Holstein.

 

Kein Platz für Hektik

Die Nordfriesische Nordseeinsel ist beruhigend und ruhig, was auch die Bewohner bestätigen. So wird jeder Besucher auf der Insel mit einem kräftigen „Moin Moin“ begrüßt. Nordstrand besitzt als Halbinsel den Vorteil, zu jeder Jahreszeit einfach erreichbar zu sein. Das ganze Jahr über bietet die Halbinsel, umgeben von einem immergrünen Deich, diverse Naturerlebnisse für kleine und große Besucher.

Gerade im Winter bietet Nordstrand inmitten der einzigartigen Halligen Welt eine besonders romantische Atmosphäre, insbesondere wenn über die Deiche eine kalte Brise weht. Das Feuer flackert in den Kaminen besonders schön, wenn die Landschaft weiß vom Schnee und das Watt gefroren sind. Die lodernden Flammen lassen auch bei einem heißen Teepunsch die Küste atemberaubend leuchten. Hier treffen sich die Menschen zu einem Smalltalk, während der Shantychor für Unterhaltung sorgt.

 

Erholung pur auf Nordstrand

Der Kreislauf kommt so richtig auf Schwung, wenn das besondere Meeresklima die Abwehrkräfte stärkt und die klare Nordseeluft um die Nase weht. Hier fallen die Alltagslasten ab und man ist für diverse Freizeitaktivitäten offen – und Nordstrand hat so einiges im Angebot. Im Juni 2009 wurde das Wattenmeer durch UNESCO als Weltnaturerbe erklärt. Schutzstationen bieten Wattwanderungen rund um die Insel an. Sie lassen die Besucher einen Blick in die Rast- und Brutgebiete von Strand- und Seevögeln werfen und erklären Salzwissen.

Das Multimar Wattforum in Tönning bietet an verregneten Tagen eine faszinierende Ausstellung zum Weltnaturerben, Walen und Watt. Hier werden einmalige Einblicke in die verborgene Wasserwelt durch zahlreiche Aquarien geliefert. Sturm und Stille sowie Ebbe und Flut, kombiniert mit wenig Menschen und Natur soweit das Auge reicht – die Nordfriesische Nordseeinsel lebt in Gegensätzen.

 

Lokale Spezialitäten

Lammfleisch gehört zu den Spezialitäten von Nordstrand. Dieses ist sowohl direkt beim Züchter als auch in Restaurants erhältlich. Zudem ist die Insel die Geburtsstätte des Nationalgetränks Pharisäer. Dieser besteht aus vier Zentilitern Rum, Kaffee und Zucker, mit einer Sahnehaube obendrauf. So wird der Geruch von Rum „versteckt“. Auf der Insel gibt es darüber hinaus auch frischen Fisch sowie frische Krabben.